Alles über Fernfahrerleben in Nordamerika

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    Nordamerika erscheint vielen deutschen Fernfahrern als das Paradies auf Erden.;) Doch neben vielen Vorteilen gibt es auch in den USA und Kanada Pflichten, die man beachten muss:!:


    Es war in diesem Frühjahr. Nach sieben Jahren als Trucker in Nordamerika habe ich irgendwo in Quebec tatsächlich einen gesehen.:huh: Ich musste zweimal hinsehen und konnte es kaum glauben: :rolleyes: Da war tatsächlich ein Palettenkasten unter einem Auflieger. Es gibt sie also auch hier in Amerika, diese verdammten Palettenkästen. X/

    Der arme Fahrer! Er war wohl ein Citytrucker. Kein Fernfahrer hier würde Paletten ein- und ausräumen, und kaum einer würde einen Gabelhubwagen in die Hand nehmen, und wenn, dann nur gegen gute Bezahlung. :thumbup: Ich durfte einmal in sieben Jahren eine Ladung Tierfutter selbst laden.

    Fernfahrer sind in Nordamerika geachtete Leute:!:

    Trucker sind in Nordamerika ehrenwerte und geachtete Leute. :thumbup: "The backbone of the economy"das Rückgrat der Wirtschaft. :thumbup: Trucker waren früher fast alle in der berühmtberüchtigten Gewerkschaft der Teamster organisiert. Die Teamster sind auf dem Rückzug. Es gelingt der Gewerkschaft immer seltener sich in Transportfirmen zu etablieren. Schafft es die "Union" in einer Transportfirma 50 Prozent plus einen Fahrer zu organisieren, so gilt die Firma als "unionized" und alle Fahrer müssen der Gewerkschaft beitreten. :huh:

    Letztes Jahr verkündete Teamster dass man die kanadische Firma Challenger "übernehmen" wolle und aggressiv Challenger-Fahrer anwerben wolle. Das hatte zur Folge, dass sich die Arbeitsbedingungen drastisch verbesserten. :thumbup: Unternehmer wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Gewerkschaft zum Vorteil der Fahrer.:huh: Trucker sind Individualisten, der Gleichmacherei durch Shopstewards (Gewerkschaftssekretäre) abgeneigt.

    Vier Arten von Truckern:!:

    Es gibt vier Arten von Truckern, die Longhaul Truckdriver, die Regional Drivers, die Citytrucker und die Shunter.:thumbup: Weil Amerikas Jugend keine Lust mehr hat, wochenlang von zu Hause weg zu sein, sind Longhaul Truckdriver gesuchte Leute, man spricht auch hier von der zunehmenden "Trucker shortage", also dem Fahrermangel.:huh:  

    Viele Firmen bieten mittlerweile bis zu 1.000 Dollar Handgeld und 500 Dollar für die Vermittlung eines Kollegen. :huh:


    Fernfahrer sind in etlichen Provinzen Kanadas Mangelware,:huh: deshalb können europäische Fahrer dort zu vereinfachten Bedingungen einwandern.:/ Deutsche Fahrer haben dabei keineswegs einen Bonus. Hier werden alle Nationen gleich behandelt. In den USA ist es nur mit Greencard möglich Trucker zu werden.


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    Jutta und Manfred, „Newbees“ - Neulinge aus Waltrop. Es ist alles ganz anders als ich‘s mir vorgestellt habe, sagt Manfred. Aber ich bleibe auf jeden Fall.


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    Bernardo von den Philippinen. Fünf Jahre ist er ferngefahren, dann hat er seine Familie nachgeholt und fährt jetzt nur noch Citytruck.


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    Jagdeep Sing, 35, verheiratet, zwei Kinder kam vor zwölf Jahren aus Punjab/Indien.


    Fortsetzung folgt: 1. smiley1110[1].png

  • Fortsetzung:

    Nordamerika ist trotzdem kein Paradies:!:

    Ein Paradies für Trucker ist Nordamerika aber keineswegs.:rolleyes: Bezahlt wird per Meile. Wobei die Lohnsysteme genauso kompliziert sind wie die Handytarife in Deutschland. Es ist lange nicht gesagt, dass ein höherer Lohn pro Meile einen höheren Wochenlohn ergibt. Es gibt Zuschläge, Abschläge, Bonusse, Geld für entladen, beladen, umsatteln, warten, New York fahren und so weiter. Die Krankenkasse ist in Kanada staatlich und kostenlos.:thumbup: Viele Firmen bieten kostenlose Zusatzversicherungen.:thumbup: Es gibt zwölf bezahlte Feiertage und zusätzlich zum Lohn vier Prozent Urlaubsgeld.


    Die Arbeitszeit beträgt 70 Stunden pro Woche. In den USA sind elf Stunden Fahrzeit innerhalb von 14 Stunden erlaubt, in Kanada 13 Stunden innerhalb von 16 Stunden. Eine Pausenregelung gibt es erst seit Juli 2013. In den USA muss jetzt nach acht Stunden Fahrzeit eine dreißigminütige Pause eingelegt werden. In Kanada gibt es keinerlei Pausenregelung.


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    Ein amerikanischer Trucker muss seinen Truck jeden Morgen gründlich überprüfen und das Ergebnis ins Logbook eintragen. Eine Viertelstunde darf er dafür brauchen. Auf Youtube unter „pretrip“ gibt es jede Menge Videos darüber.


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    Das vielgeschmähte Logbook.:rolleyes: Ein sauber ausgefülltes Logbook stimmt die Polizei immer gnädig. ;) Im unteren Teil bestätigt der Fahrer, dass er das Fahrzeug ordnungsgemäß kontrolliert hat und keine Mängel festgestellt hat.

    Kompliziertes Arbeitszeitsystem:!: 

    Das System ist kompliziert und in der Kürze nicht zu erklären.:rolleyes: In der Praxis kann man bei sieben Tagen pro Woche etwa 8,5 Stunden pro Tag fahren. Das System ist flexibel, man kann mal kürzer fahren und dafür am nächsten Tag ein paar Stunden dranhängen, man kann auch während des Abladens in die Stadt zum Essen fahren ohne seine Fahrzeiten kaputtzumachen.:thumbup: Es gibt keinerlei Sonn- und Feiertags-Fahrverbote. Von der Lenkzeit abgezogen wird der tägliche Pretrip, die Abfahrtskontrolle. Vor Fahrtantritt muss ein amerikanischer Trucker sein Fahrzeug kontrollieren und das Ergebnis im sogenannten Logbook eintragen. Täglich eine Viertelstunde darf diese Kontrolle dauern. Auch bei Trailerwechsel muss der Trailer 15 Minuten inspiziert werden.


    Es gibt keine Tachoscheibe und keine Fahrerkarte.:thumbup: Es gibt ein Logbook in das man handschriftlich seine Zeiten einträgt. Wer da aber glaubt, man könne kräftig schummeln, der irrt gewaltig.:/ Die DoT Leute, vergleichbar dem BAG, können anhand von Tankrechnungen, Faxquittungen, Mautquittungen und Frachtbriefen auf die Viertelstunde nachrechnen ob das Logbook den Tatsachen entspricht.:whistling:


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    Mit der Dispatch ist man per „Satellite“ immer verbunden. Die kontrollieren sogar die Geschwindigkeit.:huh:


    Fortsetzung folgt: 28604-1-smiley1110-1-png



  • Fortsetzung:

    Wer auf dem Logbook "fiddelt" bekommt schnell Fahrverbot:!:

    Kurz nach der Grenze in Windsor in Kanada ist eine riesige Kontrollstelle. Dass die DoT hier auch am Neujahrstag aktiv ist, das hatte Kollege Frank nicht für wahrscheinlich gehalten.:rolleyes: Er hatte sein Logbook mit Hilfe eines Computerprogramms perfekt "gefiddelt", wie man hier zu sagen pflegt.^^ Aber der DoT-Officer merkte sehr schnell, dass da was nicht stimmte. :whistling: Die Strafe: 500 Dollar und, was noch viel schlimmer ist, drei Tage Fahrverbot. Franks Truck stand am hinteren Ende des Parkplatzes. Frank sah an diesem Tag wirklich sehr alt aus. Drei Tage Pause auf diesem gottverlassenen Parkplatz sind wirklich kein Zuckerschlecken. X( Wir haben ihn mitgenommen in die nächste Stadt. Frank hat da ein Hotelzimmer für drei Tage genommen.



    Kanadische und US-Unternehmer schielen nach Europa und dem europäischen Electronic Logbook. Etliche Großfirmen haben von sich aus bereits einfache elektronische Systeme eingeführt.



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    Gleich nach der Grenze Windsor auf der kanadischen Seite ist eine große Kontrollstelle. Selbst kleinere Mängel müssen vor Ort behoben werden. Ist dies nicht möglich, so muss der Truck abgeschleppt werden.

    Verkehrssünderkartei ist öffentlich zugänglich:!:

    Es gibt eine Verkehrssünderkartei für Transportunternehmer, und wer den Status "unsatisfied" erhält, hat erhebliche Probleme.:whistling: An den zahlreichen Wiegestationen tippt der Beamte die Unternehmernummer, die an jedem Truck sichtbar seitlich angebracht sein muss, in seinen Computer und er weiß dann ob er den Truck einer näheren Überprüfung unterziehen soll.:rolleyes: Es gibt "class one", "class two", "walkaround inspections" und "paperwork checkups". Die Beamten sind dabei extrem freundlich, höflich, aber ihr Computer sagt ihnen genau wo es bei der Firma hakt. Mancher Officer begnügt sich dann mit einer ausführlichen Belehrung was man anders machen solle in Zukunft.:thumbup: Die Sünderkartei ist auch für Behörden, Konkurrenten, Auftraggeber und so weiter zugänglich.:huh: Darum halten nordamerikanische Unternehmer ihre Fahrzeuge technisch in Topzustand, und Cowboys, Fahrer die viel Mist bauen, fliegen schnell raus.:huh:



    Fahrer, die sich an die Geschwindigkeiten halten, haben selten Probleme mit der Polizei. Die Strafen sind moderat, aber so viele Strafzettel wie in Europa kann man sich nicht leisten. Und: Jedes Ticket, privat oder dienstlich ist dem Safety-Manager zu melden. Der Führerschein ist schnell weg.


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    Da war der Kollege Tausendfüßler wohl etwas zu schnell.

    Transponder wird zum "Big Brother":!:

    Jedes Fahrzeug hat einen Transponder an der Windschutzscheibe. Einmal, an der US-Grenze in Sweetgrass/Alberta, begegnete uns ein wie immer höflicher und freundlicher Officer.:thumbup: Unser Hund bekommt zuerst ein Leckerli, dann begrüßt er uns mit: "Hello, Mr and Mrs Stumreiter!" Woher er das wisse, fragte ich, weil wir ihm noch gar keine Papiere gezeigt hatten.:whistling: Er schmunzelt nur und meint, er könne mir noch ganz viel mehr über uns erzählen.8o Datenschutz ist in Kanada und USA kein Thema.



    Seit 2011 gibt es in USA eine Verkehrssünderkartei ausschließlich für Trucker, von allen Firmen einsehbar.?( Das System ist noch in der Erprobung, aber man rechnet, dass in Zukunft etwa 100.000 Fahrer gelegentlich eine mehrjährige Pause einlegen werden, weil sie Punkte abbauen müssen.:huh:Die Unternehmerverbände laufen derzeit Sturm gegen das System. =O

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    In unseren Anfangsjahren haben meine Frau und ich auch UPS gefahren. Toronto – Vancouver, 4.400 km in 64 Stunden. Ging locker. Nur Rückwärtsrichten ist mit dem Zug nicht möglich. Also immer aufpassen wo man hinfährt.;)


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    Road Train, 2x16,5 m Sattel. In Saskatchewan dürfen sogar drei Trailer gezogen werden.:thumbup:


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    Der B-Train ist sehr verbreitet in ganz Kanada. Sattelkupplung auf dem 1. Trailer. Rückwärts rangieren ist möglich, braucht aber viel Übung.;)


    Quelle: https://www.eurotransport.de/n…und-geachtet-6516950.html

    Gruß Hisco images 2a.jpg


  • Fernfahrerleben in Nordamerika:!:

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    Wenn man aus Kanada kommt, ist der Truck meist ein wenig dreckig. Wir gehen nach dem Ausladen immer erstmal eine Runde Lkw-Waschen.


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    Fahrerleben in den USA.

    Eigentlich sollte es eine "gemütliche Tour" werden. Bislang lief auch alles nach Plan. Um 10 Uhr morgens hatten wir unseren Auflieger mit den Pommes in Sacramento abgestellt, einen leeren Auflieger aufgesattelt und nachmittags sollten wir in Salinas an drei Ladestellen Gemüse für Edmonton laden. Der Landkreis (County) Salinas, südlich von San Francisco nennt sich in den Prospekten der Chamber of Commerce stolz die Salatschüssel Amerikas. Salat im Gesamtwert von 1,2 Milliarden Dollars wird rund ums Jahr produziert,:huh: insgesamt wird hier Gemüse im Wert von über vier Milliarden US-Dollar produziert. Fast das ganze Jahr über wird gesät, gedüngt, bewässert, gehackt und geerntet.:/ Die Ware wird meist mit dem Lkw an die Kundschaft in ganz Nordamerika verfrachtet. Es dauert seine Zeit, bis man dieses Geschäft als Fahrer im Griff hat.;)


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    Morgens ist es in Kalifornien meist nebelig.

    Fahrt Richtung Salinas:!:

    Kathy, unsere Gemüsedispatcherin schickt nur den Namen der Ladestelle und die Telefonnummer, alles andere musst du selbst herausfinden.:rolleyes: Rita ist dafür zuständig. Während ich schon mal in Richtung Salinas fahre, erkundet sie telefonisch, wo die Firmen sind, (manchmal ziemlich weit draußen in den Gemüsefeldern), ob ein Ladetermin abgestimmt werden muss, ob die Ladenummer korrekt ist, wann die Ware fertig ist, ob "first come, first serve" üblich ist und wie lange die Ladestelle geöffnet ist.?(

    Es sind eine Menge Telefonate nötig, bis der Plan steht. Es rächt sich jetzt, dass sie nie Spanisch gelernt hat,:whistling: denn hier spricht jeder spanisch.:| Arbeiter aus Mexico und ganz Mittelamerika erledigen hier die Arbeit. Es gibt eine starke und einflussreiche Landarbeitergewerkschaft und es gibt einen Mindestlohn. :thumbup:Die Arbeiter direkt auf den Gemüsefeldern arbeiten für Verleiher und werden in den typischen amerikanischen Schulbussen, hinten dran ein Anhänger mit Dixie Klos, von Feld zu Feld gefahren. :rolleyes:


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    Hier macht das Fahren Spaß


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    Die Landschaft lädt zu einer Pause ein.


    Irgendwo ist immer Ernte:!:

    Die Ladearbeit erledige ich. Mittlerweile haben wir die Gemüseladerei im Griff und drei Lader am Nachmittag sind kein Problem. Kritisch wird es, wenn es regnet und nicht geerntet werden kann. Dann stauen sich die Trucks in großer Zahl rund um Salinas, und es braucht "Verhandlungsgeschick", dass man an die Rampe kommt. Aber das hat man ja in Europa gelernt. :thumbup:

    Es ist wichtig, bei Fruchttransporten aus Kalifornien gute Winterkleidung dabei zu haben. Man muss bei der Verladung im Kühlhaus sein, die Temperatur der Ware überprüfen und mit dem Staplerfahrer einen Ladeplan erstellen, damit später die Gewichtsverteilung stimmt.


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    "Nächste Werkstatt anfahren, Harnstoffzufuhr ist defekt" :huh:=O

    Unser Gemüse-Plan steht, wir sind guten Mutes, bis mir das Display meines Bordcomputers anzeigt: "Nächste Werkstatt anfahren, Harnstoffzufuhr ist defekt." Nach acht Jahren leidvoller Erfahrung mit nordamerikanischen Lkw-Werkstätten schwant mir nichts Gutes. X( Die nächstgelegene Werkstatt ist in Tulare, riesengross, neu und weit draußen zwischen Weingärten. Der Typ an der Reparaturannahme meint nur kurz, Samstagfrüh könne er meine Adelheid dran nehmen. Es ist Donnerstag - früher Nachmittag! :whistling: Aber diskutieren oder bitten und betteln hätte keinen Zweck. :rolleyes:

    San-Francisco-Sightseeing:!:

    Rita sieht es gelassen, als ich ihr das Ergebnis meiner Bemühungen mitteile. Sie meint: "Du wirst sehen, wir haben ein freies Wochenende in Kalifornien :thumbup: und in San Francisco waren wir eh noch nie." Sie denkt an San-Francisco-Sightseeing. :P

    Am Abend haben wir die 250 Kilometer zum Pilot/Flying J Truckstop in Salinas geschafft, ohne dass uns der Bordcomputer stillgelegt hat.:thumbup: Die Fahrt begleitet ein ungutes Gefühl. :whistling:


    Ritas ersehnter Ausflug nach San Francisco, die Golden Gate Bridge.

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    Peterbilt-Werkstatt in Salinas:!:

    In Salinas haben wir sogar einen freien Parkplatz ergattert, und gleich um die Ecke ist die Peterbilt-Werkstatt.:thumbup: Jetzt kann nichts mehr schiefgehn. Jetzt ist alles nur noch eine Zeitfrage. Und Zeit totschlagen rund um San Francisco ist kein Problem.:thumbup:Ich vermute nämlich, dass es ein freies Wochenende in Kalifornien werden wird.:P Amerikas Werkstattmisere ist für Fahrer aus Deutschland schwer vorstellbar. :whistling:

    Am Freitagmorgen springt Adelheid an, aber mehr als 1.100 Umdrehungen im zweiten Gang lässt der Bordcomputer nicht zu. So zuckle ich mit der Zugmaschine um den Block und bin um 6 Uhr früh in der Werkstatt.8o Gleich hinter mir kommt John aus Jacksonville/Missouri mit einem grasgrünen 379. Glück gehabt. Ich bin immerhin schon mal Erster.:thumbup: Die Werkstatttür ist schon auf und Meister Steve ist dabei, die Arbeit für die Mechaniker einzuteilen. Ab 7 Uhr trudeln die Mechaniker ein, missmutig, verschlafen, verkatert.:rolleyes: Gegen 8 ist die Mechanikerschaft vollzählig. Steve meint, man muss um jeden Mann froh sein, der kommt?(. Alle Mechaniker sind "unionized", gewerkschaftlich organisiert.;)


    Fortsetzung folgt: 1. smiley1110[1].png

  • Gegen 10 Uhr schnurrt Adelheid wieder:!:

    Am Montag gegen 10 Uhr schnurrt Adelheid wieder,:thumbup: Kathy hat eine Ladung Erdbeeren für uns, ganz in der Nähe, bei Dole, für Toronto (rund 4.000 Kilometer).:huh: Um zwölf haben wir ein Ladeappointment. Die Erdbeeren sind luftdicht in Plastiksäcken eingeschweisst, der Luft wurde Stickstoff zugesetzt, die Erdbeeren wurden für die lange Reise „schlafen gelegt“. Damit die Temperatur von 37 Grad Fahrenheit genau im ganzen Auflieger eingehalten wird, werden die Paletten mittig geladen, links und rechts bleibt ein Spalt von zirka 20 Zentimetern, das heißt, langsam in die Kurven gehen. :rolleyes:


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    Erdbeeren sind leichte Ladung:!:

    Es ist Montag 14 Uhr, wir sind geladen, haben die Papiere und sind gewogen, ausbalanciert, und auf keiner Achse überladen.:thumbup: Erdbeeren sind leichte Ladung. Wir können also relaxed die vielen Berge bis zu 2.200 Meter rauf- und runterfahren.:P Abladetermin Toronto ist Donnerstag 6 Uhr früh. Jetzt gibt‘s zwei Möglichkeiten: gemütlich fahren, in Reno einen Stop einlegen, am Großen Salzsee etwas Badesalz für zu Hause einsammeln oder: Gas geben! :/ Wir sind erholt und richtig ausgeruht. So dass wir am Mittwochabend in unserem Firmenhof in Toronto sein können. ;)


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    Bergab darf man die Kiste ganz legal 130 sausen lassen.


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    Sonnenuntergang in den Bergen Nevadas.


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    Viel Verkehr in Utah…smilie_happy_044[1].gif


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    Sonnenaufgang in Illinois. Bis Toronto ist es nur noch eine Tagesreise.


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    Vor allem Möbel-Transporteure fahren solche Wohnmobile.

    Denn sie stehen oft tagelang und warten auf ihre Ladung.


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    Spezialtransporte für Mähdrescher.

    Wir hoffen darauf, dass Phil am selben Abend noch eine Ladung Sammelgut westwärts für uns hat, und wir uns mit diesem Trick das Ausladen im Supermarkt Zentrallager ersparen.:rolleyes: Ein Citydriver wird das dann erledigen. X/ Wir entscheiden uns für brettern, die Interstate 80, den Donnerpass hinauf, vorbei am Lake Bonneville, bis Chicago, über Detroit nach Toronto! 107.jpg


     https://www.eurotransport.de/n…nach-toronto-6575761.html

  • Alaska-Highway


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     Dawson Creek ist der Ausgangspunkt des Alaska-Highways.


    Truckertraum im hohen Norden:!:

     

    Werner Stumreiter hat sich einen Traum verwirklicht. :thumbup:

    Von seinen Erlebnissen auf dem Alaska-Highway erzählt er exklusiv für eurotransport.de

    Ich hätte es wissen müssen: Bisons sind unberechenbar! Aber die Versuchung, zwei Bisons bei einer Rangelei im Morgengrauen zu filmen, ist einfach zu groß.:D Ich stoppe meinen Peterbilt aber während ich hektisch meine Kamera suche, haben es sich die beiden Kolosse anders überlegt: Sie rasen plötzlich auf meinen Truck zu:whistling: und es sieht ganz so aus, als würden sie meinem schönen „Pete“ ein paar gewaltige Dellen verpassen:rolleyes:. Schnell entscheide ich mich, die Kamerasuche sein zu lassen, einen größeren Gang einzulegen und mit schleifender Kupplung das Weite zu suchen …;)

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    Dieses Erlebnis hatten meine Frau Rita und ich vor ein paar Jahren auf dem Alaska-Highway. In der Zwischenzeit sind wir ihn schon mehrmals gefahren. Wir haben Grizzlys, Schwarzbären, Wölfe, Elche, Karibus, Steinböcke und viele andere Tiere gesehen:huh: und aus gebührendem Abstand fotografiert. Und wir haben Nordlichter am Nachthimmel flackern sehen. Der Highway ist Sommers wie Winters eine der Traumstraßen der Welt.:thumbup:


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    Wenn man in Dawson Creek losfährt.



    Weihnachten vor drei Jahren stellte uns Phil, unser Dispatcher vor die Wahl, eine Ladung nach Laredo/Texas oder eine nach Whitehorse/Yukon zu bringen.:huh: Rita tendierte zu 40 Grad plus, ich zu 40 Grad minus.8o Sonne konnten wir immer haben, dachte ich, aber auf den Spuren von Jack London wandeln? Und außerdem: Zu Weihnachten gehört Schnee! :thumbup:Also, ging es die 1.420 Kilometer von Dawson Creek/British Columbia in Richtung Norden nach Whitehorse.;)


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    1.420 lange Kilometer sind es bis Whitehorse am Yukon.

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    Trotzdem gut, wenn man einen starken Truck unter dem Hintern hat.:thumbup:

    Winterpackage ist unbedingtes Muss:!: 

    Wer in den hohen Norden fährt sollte ein Winterpackage dabei haben.Ausreichend warme Kleidung, ausreichend Essen und Trinken, Spaten, Schneeketten, und einen Elchfänger vor dem Kühler.:/ Jährlich hauchen da oben unzählige Elche und gut ein Dutzend Bisons ihr Leben am Elchfänger aus.:huh: Wir haben keine Moose Bar vor dem Kühler, drum gab uns Phil noch den Rat, keinesfalls einem Elch auszuweichen. ^^Schließlich könne es Tage dauern bis Dr. Hook, der Abschlepper, kommt und einen aus dem Graben zieht.:whistling: Ein weiterer wichtiger Tipp: Den Tank höchstens bis zur Hälfte leerfahren. Bei Schneesturm kann es sein, dass man drei Tage eingeschneit ist. Und da muss der Motor am Laufen gehalten werden, sonst kriegt man den vielleicht nicht wieder an.:rolleyes:


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    In Dawson Creek wirkt die Szenerie noch recht zivilisiert

    Bis Grand Prairie gibt es an der Strecke ganz normale kanadische Prärie zu sehen. Allmählich verschwinden die Zäune, der Gegenverkehr wird seltener. Es wird einsam. ?( Dawson Creek ist der Anfang des Alaska Highways.?( Eine Goldgräberstadt, aber das Gold hier ist zähflüssig, schwarzbraun und stinkt. Allmählich hört die Landwirtschaft auf. Nur die Strommasten und die Postkästen am Straßenrand erinnern daran, dass hier irgendwo Leute leben.:/


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    Werner Stumreiters Frau Rita genießt die Fahrt durch den winterlichen Norden.



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    Der Himmel ist blau, die Nasen auch - kein Wunder bei bis zu 40 Grad unter Null.:huh:


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    Der Wintertag in der Nähe des Polarkreises dauert nur vier Stunden - dann wird es dunkel.

    Am Heiligen Abend um 14 Uhr sollten wir in Whitehorse anliefern. Wir hatten also ausreichend Zeit. Ein paar Stunden Schlaf waren drin. In Watson Lake machten wir Halt, das Thermometer zeigte 42 Grad unter Null. :huh:Also Motor auf 1.100 Umdrehungen stellen, im Standgas wird er kalt und versottet.:rolleyes: Ohrstöpsel rein. :whistling:


    Fortsetzung folgt: 1. smiley1110[1].png


  • Fortsetzung:

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    42 Grad unter Null: Öl wird so hart wie Asphalt

    Nach zwei Stunden wache ich auf, ich vermisse das Rattern des Kühlers. Raus in die Kälte, nachsehen. Der Deckel des Ölbehälters hat sich gelöst und das Motoröl ist ausgelaufen,=O solange bis ein Sensor den Motor abgestellt hat. X/ Das ausgelaufene Öl ist fest wie Asphalt. Keine Chance irgendwo eine Werkstatt zu finden. Selbst, wenn ich genügend Öl gehabt hätte, der Motor wäre bei diesen Temperaturen nicht gestartet. Also: Gas geben und hoffen, dass die Temperatur im Laderaum in den nächsten vier Stunden nicht allzu sehr absinkt.:whistling: Der Kühler funktioniert ja hier als Heizer.


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    Bei 40 Grad unter Null gefriert sogar das Motoröl.

    Bei Walmart kennt man das Problem, wir sind nicht die ersten, denen die Trailerheizung kaputtgeht. Also wird die Entladung vorgezogen. Trucker laden in Kanada nicht selber ab, deshalb können wir uns Whitehorse mit der Zugmaschine ansehen.


    Es wird wärmer, circa minus 25, und das ausgelaufene Öl wird allmählich wieder flüssig und tropft in den weissen Schnee.:huh: Gegen 14 Uhr ist unser Trailer leer, und wir machen uns auf den Weg in den Süden. Rückladungen von hier oben gibt es keine. Es wird schon allmählich dunkel, mein linker Blinker geht nicht, aber wen juckt das wohl hier oben. Ich muss nach links auf den Alaska-Highway nach Süden einbiegen. Zu spät bemerke ich, dass das Auto hinter mir ein Polizeiauto ist. :huh:

    Ein Honeybear macht Schwierigkeiten

    Constable Tayler, eine hübsche Frau in den Dreißigern, kommt richtig wütend auf mich zu. Ich stelle mich unwissend. Als ich vor fünf Minuten meine Abfahrtskontrolle gemacht habe, ist der Blinker noch gegangen, behaupte ich. Dagegen kann sie nichts machen. Aber Tayler ist nicht auf den Kopf gefallen.:rolleyes: Kein Ticket, aber ohne linken Blinker hier oben in der Einsamkeit des Nordens sei es viel zu gefährlich, sagt sie. Und Werkstätten hätten jetzt auch keine mehr auf. Wir sollten zurück auf den Walmartparkplatz und morgen früh in die Werkstatt. Der Honeybear, so werden in Kanada weibliche Cops genannt,8o organisiert per Funk einen zweiten Streifenwagen – und so fahren wir im Konvoi die 500 Meter zurück zum Parkplatz.:P


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    Rita und Werner Stumreiter in Whitehorse vor ihrem stolzen Truck.

    Rita und ich sehen uns an, besser hätte es nicht laufen können. Wer kann schon Weihnachten am Yukon River feiern.:thumbup: Whitehorse hat ein paar schöne Restaurants,:thumbup: richtige Saloons, es gibt gutes Bier aus einer örtlichen Brauerei, Rentierbraten, Steaks, Lachs …:thumbup:


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    Unfreiwillig, aber trotzdem schön: Werner Stumreiter genießt Weihnachten in Whitehorse.

    Das Blinkerrelais ist schnell gewechselt.:thumbup: John teilt Constable Tayler per Telefon mit, dass unser Truck wieder verkehrssicher ist.:thumbup: Wir machen uns auf den Weg, das kurze Tageslicht zu nutzen. Übermorgen werden wir wieder in der Zivilisation sein, in Edmonton, der Erdölstadt. Es gäbe da noch zwei weitere Walmarts im Norden, in Yellowknife/Yukon und einen in Labrador City. In Labrador, da sollen noch große Karibuherden zu sehen sein. Schau‘n wir mal.:/


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    Die Straße ist ganz schnell zugeweht.:whistling:


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    Schneewehen sind auf dem Alaska-Highway im Winter alltäglich.X/


    Quelle: https://www.eurotransport.de/n…hohen-norden-6510614.html





  •  Eine weitere Episode, alles über Fernfahrerleben in Nordamerika:!:


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    Truckstops in den USA

    Von Werner Stumreiter


    Die Weiten Nordamerikas ungestört mit dem Truck zu durchpflügen, ist die eine Sache – die Verpflegung unterwegs, die andere.:P Werner Stumreiter erklärt in seinem neuen Beitrag für eurotransport.de, worin sich die großen amerikanischen Truckstopketten unterscheiden, wo man unbedingt vorbeischauen sollte und was man besser links liegen lässt. 8o;)


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    Bei Flying J tankt Werner Stumreiter am liebsten.

    Es gibt etwa 1.200 Truckstops der drei großen Anbieter Pilot/Flying J, TA/Petro und Loves in den USA.:thumbup: Insgesamt gibt es zirka 6.000 Lkw-Tankstellen mit Parkmöglichkeiten.:huh: Unsere Tankkarten gelten hauptsächlich bei den drei großen Anbietern. Rund um diese Stopps sind sehr oft Waschstraßen, Werkstätten aller Art, Hotels, Restaurants und was Fahrer und Fahrzeug sonst noch alles brauchen.:/ Belästigungen durch gewisse „Damen“, Leuten, die einem Jacken andrehen wollen und sonstigen Betrügern sind selten und ich kann mir nicht vorstellen, das geklaut würde.;) Vor den Plätzen geht es manchmal heiß her. In Laredo, an der Grenze zu Mexiko bieten pfiffige Händler Raubkopien der neuesten Filme für 3 US-Dollar an, und die wissen auch wo es die „Showgirls“ gibt.8o


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    der Truckstop von TA in Reno (Nevada).

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    Klassischer Ami-Truck. Traum-Lkw für viele Fernfahrer.

    Bernie, ein Kollege aus dem schwäbischen, schrieb mir unlängst, er sei vor Jahren auf einem Truckstop irgendwo in USA gewesen, und habe sich dort am Lagerfeuer mit amerikanischen Kollegen über deren miserable Arbeitsbedingungen unterhalten.X/ Wie sie angeblich alle Tag und Nacht schrubben müssten, darum bleibe er lieber im Schwabenland.^^ Nix dagegen! Dass Kollegen früher die Lenkzeiten gnadenlos überschritten, das war bekanntlich auf beiden Seiten des großen Teichs üblich.:rolleyes: Dass aber Trucker am Truckstop am Lagerfeuer Steaks grillten, das war mir neu.:whistling: Ich hab in den 8 Jahren in Amerika kein Lagerfeuer mit Barbecue am Truckstop gesehen.:/ Da ist der liebe Kollege offensichtlich einer bestimmten Glimmstengelwerbung aufgesessen.;)


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    Petro Workshops sind Tag und Nacht offen.

    Nordamerikanische Trucker sind nach einem arbeitsreichen Tag genauso müde wie deutsche Fahrer.:| Treffen kann man sie in Truckstop Restaurants, am besten an der Bar.:thumbup: Manche Restaurants haben U-förmige Bars, da kommt man leicht ins Gespräch.;) Der Meinung, Amis sind ungebildet, bin ich nicht.:thumbup: Sie diskutieren über Dinge, bei denen ich nicht mitreden kann, wie etwa die Vorzüge des F36 Kampfjets gegenüber dem F32.^^


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    TA-Truckstop in Morris, Illinois: Gutes Essen, deutsches Bier und eine u-förmige Bar, :thumbup: an der man prima mit den Kollegen ins Gespräch kommt.:thumbup:


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    die Augen größer sind als der Magen. Oder schafft er das 72-Unzen-Steak doch?

    Truckstops sind früh ausgebucht:!:

    Es empfiehlt sich mittlerweile in ganz USA rechtzeitig einen Parkplatz für die Nacht zu suchen. Gute Truckstops sind früh ausgebucht. :rolleyes: Wir achten darauf, dass wir so parken, dass möglichst kein anderer Truck direkt neben uns steht.:whistling: Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis es sich herumgesprochen hat, dass es flüsterleise Standheizungen und Klimaanlagen gibt.^^ Viele Trucker lassen ihre Diesel die ganze Nacht bei 900 Umdrehungen pro Minute rennen.:huh: Niemand stört sich groß daran. Das hat zur Folge, dass die Luft in manchen Truckstops intensiv nach Paraffin stinkt.:thumbdown:


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    Schuheputzen bei Petro: Amerikanische Trucker gönnen sich gerne ein kleines bisschen Luxus.:P

    In den Truckstops der grossen Ketten gibt es alles, was der Trucker braucht.:thumbup: Tanken, essen, trinken, einen Store, Waschmaschinen und was am allerwichtigsten ist: Duschen. Tankt man mindestens 60 Gallonen, so ist die Dusche kostenlos.:thumbup: Alle Ketten geben sogenannte Driver Rewards Cards aus, die steckt man beim Tanken nach der Tankkarte in den Kartenleser. Dann gibt es auch noch eine Gutschrift für den Fahrer, das summiert sich.:huh::thumbup:


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    Truckstops sind rund um die Uhr geöffnet.:thumbup:



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    Pilot/Flying J bietet 10 Prozent Rabatt für Trucker:!: 

    Wir tanken viel bei Pilot/FlyingJ, weil das die aufgeräumtesten Läden sind, und weil die Restaurants zur Dennys Restaurantkette gehören. Da gibt es 10 Prozent Rabatt für Trucker, wechselndes Menü, schnellen Service.:thumbup:

    Viele Transportfirmen lassen den Fahrern die Wahl unter den Tankstellenketten. Ich bekomme jetzt regelmäßig Mails von Pilot: „Wenn du diesen Monat noch 300 Gallons tankst, so bekommst du 10 Dollar extra aufs Guthabenkonto.“ :huh: Oder: „Vom 10. bis 14. Gibt es doppelte Punkte pro Gallone“ usw. Ist mir nur recht.

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    Truckstopkette Loves ist besonders freundlich:!: 

    Eine aufstrebende Truckstopkette ist „Loves“. Komischer Name, aber ansonsten sehr in Ordnung. Motto: „Clean Places, friendly faces”. Seit 1964 ist die Kette im Geschäft und hat derzeit etwa 300 Truckstops – stark expandierend. Sie ist genauso einheitlich durchgestylt wie Pilot/Flying J, man weiß genau, wo die Zahnpasta liegt. Angeschlossen ist eine Reifenwerkstatt. Vorteil: Viele Loves haben einen McDonald‘s, in dem man sich umsonst ins Internet einloggen kann.:thumbup:


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    Überall Herzchen: Die Kette Loves ist bei Truckern sehr beliebt.8o


    Der dritte große Truckstopbetreiber ist die TA/Petro Gruppe. Etwa 180 Läden gibt es übers Land verteilt. Wohl jeder an Amerika interessierte deutsche Fahrer hat schon von Iowa 80 (http://www.iowa80.com) in Walcott, Iowa(dem Schweinestaat), gehört. Iowa stinkt zum Himmel, weil dort die gesamte amerikanische Schweineproduktion konzentriert ist.:whistling: Die Meiers, die Besitzer, behaupten, den grössten Truckstop Amerikas zu betreiben. 900 Truckstellplätze bietet Iowa80.:huh: Alles was möglich und notwendig ist für Trucker gibt es konzentriert in Walcot, sogar einen hauseigenen Zahnarzt – und beichten kann man auch.^^


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    Werner Sturmreiter vor dem Iowa 80. Nach eigenen Angaben der größte Truckstop der Welt mit 900 Stellplätzen.:huh:

    Iowa80 macht das Truckerherz glücklich:!: 

    Neben der riesigen Tankanlage ist eine große Werkstatt mit Waschstraße. Hier kann man rund um die Uhr Öl wechseln, abschmieren, Reifen wechseln, und kleinere Reparaturen machen lassen. Sogar die DoT Inspection, vergleichbar dem TÜV, kann man in der Ruhezeit machen lassen. Das Highlight ist der gigantische Chrome Shop, hier gibt es alles zu kaufen, was sich irgendwie zur „Verschönerung“ des Trucks eignet. :thumbup:Sogar ein eigenes Truckmuseeum gibt es.;)


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    Truckwäsche auf amerikanisch. :thumbup:

    Im Restaurant parken Oldtimer zwischen den Tischreihen, leider ist das Büffet für europäische Gaumen sagen wir, Geschmackssache,X/ aber es ist interessant zu sehen, wie sich die US-Kollegen den Teller vollschaufeln. Was fehlt, ist das kostenlose Internet, daran sparen die Maiers genauso wie die anderen Ketten.:thumbdown: Dazu muss man über den Highway hinüber zu McDonald‘s.=O Viele McDonald‘s auf dem Land haben mittlerweile einen Truck-Parkplatz.:thumbup: Es gibt noch einige andere schöne TA-Läden, etwa den in Wheelers Ridge, nördlich von LA. mit einer ausgezeichneten Werkstatt. Der TA in Reno ist mehr Casino als Truckstop.:rolleyes:  Man kann da den original Colt von Elvis besichtigen, sowie die gesamte Waffensammlung von Sierra Sid, dem Besitzer - und natürlich an Spielautomaten sein Geld verlieren. Viele Trucker sind stark spielsüchtig.:huh: Und Telefonate wie „Hey Boss, send me a T-Check!“ (eine Art Bargeldüberweisung), sind nicht selten.


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    In Nevada ist jeder Truckstop auch ein Casino. Trucker sind nicht selten spielsüchtig.:whistling:


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    Bei McDonald's ist Internet umsonst. Die Trucker wissen das.8o


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  • Fortsetzung: Alles über Truckerleben in Nordamerika.

    Truckstops in den USA:!:

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    Jubitz Travel Center (Portland, OR)

    TA-Truckstops sind Geschmackssache:!:

    Leider sind viele TA-Stopps etwas, sagen wir, nachlässig gepflegt, :rolleyes: und die hauseigene Restaurantkette Country Kitchen, wird wohl nie im Guide Michelin Erwähnung finden. ;)


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    Die Bedienungen sind immer freundlich.:thumbup:


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    Sauberkeit wird in den Duschtrakten meistens groß geschrieben.:thumbup:


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    Bier gibt es an Truckstops nicht in jedem Staat der USA - also, her damit.^^


    Biertrinken ist problematisch in USA.;) Die Sitte, vorm Schlafengehen mehr als ein kleines Bier zu trinken, sollte man sich hier abgewöhnen. Ein deutscher Kollege hatte sich vor ein paar Jahren auf einer Scale, einer Waage, schlafen gelegt und, so behaupte er wenigstens, vorher noch drei kleine Bier getrunken. Leider hatte er etwas unglücklich geparkt und der DoT Officer musste ihn am Morgen wecken. :huh:Dummerweise fuhr der Kollege das Fenster runter und hauchte dem Beamten ins Gesicht.:whistling: Die Prozedur ist dann immer die gleiche: Ausziehen bis auf die Unterhose, orangen Häftlingsoverall anziehen, Handfesseln, Fußfesseln, Freifahrt bis zum nächsten Polizeigefängnis, kostenlose Unterbringung dort - bis zu mehreren Tagen - Anruf beim Chef, er möge den Laster abholen lassen – Einreiseverbot in die USA.


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    Die Volvos sind laut John Arbeitstiere. Es gibt sie mit allen in Amerika üblichen Motoren und Getrieben.

    Petro ist der Vollsortimenter unter den Truckstops:!:

    Petro ist unser Lieblings-Truckstop, leider gibt es davon nur 80 Stück in ganz USA. Die Petros könnte man als die Vollsortimenter bezeichnen.:thumbup: Gleich am Eingang in Wheeler Ridge kann man sich die Schuhe putzen lassen, den für US Trucker obligatorischen jährlichen „Doctor Checkup“ machen und vom Chiropraktiker das Kreuz einrenken lassen. Nebenan ist ein riesiger Laden, in dem es fast alles gibt, was ein Trucker braucht oder auch nicht, Madonnenfiguren zum Beispiel.^^ Weiter, ein CB Shop, ein Eisladen, ein Friseursalon, in dem ich mich beim Haareschneiden immer gerne mit der indianischen Friseuse unterhalte. Sie ist eine fanatische Umweltschützerin und erzählt mir immer von ihren Aktionen gegen den Agrokonzern Monsanto. „Sieh mich an“, sagt sie immer wieder, „ich bin durch die Umweltverseuchung der Chemie so dick geworden“! Ich sage dazu besser nichts.8o


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    Das ist übrigens ein Autobahnklo - mit kostenlosem W-LAN, Wetterstation und Kaffeeautomat.:thumbup:

    In vielen Petros gibt es am Sonntag im Videoraum einen Gottesdienst. Helfer klappern den ganzen Parkplatz ab und laden zu Messe ein. Aber viele sind es nicht, die der Einladung folgen.^^ Eine christliche Organisation kümmert sich um das Seelenheil der „Highwaykings“. An vielen Truckstops stehen Container, die zum Dialog mit dem Geistlichen einladen. Provozierend, wie ich halt leider manchmal bin, hab ich einen „Reverend“ mal gefragt, wie er denn geplagten Fahrern helfen kann. Er kam sofort mit einem Beispiel, ein Trucker sei mal zu ihm gekommen und habe ihm erzählt, seine Frau sei nicht ans Telefon gegangen und er habe den Verdacht, sie ginge fremd.?( Darauf habe er geantwortet: „Ich sagte zu ihm: Gehe in die Kirche und bete!!!! Und er ging in die Kirche und betete.^^ Und danach sagte ich ihm: Jetzt rufe Deine Frau an!“ Und das Wunder geschah,^^ die Frau war jetzt zu Hause und alles war nur ein Missverständnis – ein Truckstopwunder.:rolleyes:

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    Fürs Seelenheil :saint: ist in Amerika auch auf den Truckstops bestens gesorgt.:thumbup:

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