Digitales Kontrollgerät

  • Ha :think: Nun hab ich seit langem wieder mal einen Monat ohne Zeitüberziehen geschafft :thumbup: war ja beinah schon die Ausnahme anstatt die Regel, seit letztem Urlaub…
    Sicherlich alle 14 Tage musste ich mal einen Tachoausdruck wegen Überziehen der EZ oder LZ vornehmen,
    :/ hat mich selber schon genervt, das kann ich euch sagen :!: Sei es wegen unvorhergesehen langer Ladedauer, ewiger Parkplatzsuche oder unerwartetem Stau – irgendein Schwachsinn passierte ständig, :rolleyes: und man kann sich ja – gerade mit ADR an Bord :!: – den Truck schließlich und endlich nicht vom Arsch fallen lassen, so als wenn man daheim vom TV-Sessel aufsteht und geht...

    Doch – was erzähl ich da so großspurig :?: Viel zu früh gefreut: :huh: letzten Dienstag hüpft mir doch glatt im allerletzten Moment vorm Zündschlüssel rumdrehen noch der Tacho auf eine Minute über die EZ…. :aergern:
    Da sieht man´s wieder: der Teufel schläft halt leider nicht, schon gar nicht bei uns geplagten Truckern
    :!:

    Gruß Hisco

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    Tachograph 4.0 – mehr Transparenz im Cockpit:!:

    Digitaler Tachograph: Diese Veränderungen bringt die neue EU-Verordnung 165/2014 für Fahrer und Speditionen.


    von Matthias Kliché und Dirk Gandras*


    Der digitale Tachograf ist intelligent geworden – und ab Mitte 2019 ist er für alle neu zugelassenen Lkw Pflicht.:/ Dann können Speditionen und Fuhrunternehmen dank des integrierten Remote-Control-Modus – also der Möglichkeit, die Daten quasi im Vorbeifahren abzurufen – mit weniger Kontrollen rechnen.;) Zudem unterstützt das standardisierte, optionale ITS-Interface Flottenmanagementlösungen umfassend. Und schließlich wird es für die Fahrer noch einfacher, sich an die Lenk- und Ruhezeiten zu halten.:thumbup: Sie können sich die Daten auf dem Smartphone anzeigen lassen. Doch was genau steckt hinter der Tachografen-Verordnung (EU) 165/2014 und wie wird sich dadurch die bisherige Praxis verändern.




    Ziele der neuen Verordnung sind, das Gerät besser gegen Manipulationen zu sichern und gleichzeitig die Effizienz im operativen Betrieb zu steigern. Auf der Sicherheitsseite geht es um höherwertigere kryptografische Sicherheitsmechanismen. Konkret heißt das, dass es eine neue Verschlüsselungstechnik für die Datenübertragung von der und auf die Fahrerkarte gibt – parallel zu der bisherigen. Der digitale Tachograf wird also dafür sorgen, dass die gespeicherten Daten für die alte und neue Tachografengeneration verfügbar sind. Zusätzlich wird auch die Kommunikation zwischen Geschwindigkeitssensor und digitalem Tachografen neu verschlüsselt.


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    Zudem regelt die Verordnung die Anbindung an ein globales Satellitennavigationssystem (GNSS). So werden künftig die Positionsdaten automatisch beim Start und Ende der Schicht sowie nach drei Stunden Fahrzeit aufgezeichnet. Darüber hinaus dürfen die Positionsdaten auch zur Unterstützung von Flottenmanagementlösungen genutzt werden. Die EU-Kommission favorisiert das europäische GNSS Galileo, das sich im Aufbau befindet. Ob bis 2019 tatsächlich genügend Satelliten verfügbar sind, ist heute noch nicht sicher. Digitale Tachografen können aber genauso die Daten des US-amerikanischen GPS- oder des russischen Glonass-Systems auswerten und sind darum auf jeden Fall zum Stichtag einsatzfähig.



    Die optionale ITS-Schnittstelle (Intelligent Transportation Systems) erhöht die operative Effizienz und stellt über 70 Informationen aus dem digitalen Tachograph über ein standardisiertes Interface zur Verfügung. Neu ist, dass der weitaus größte Anteil dieser Informationen als „persönlich“ klassifiziert ist und erst aus dem Fahrzeug gesendet werden darf, wenn der Fahrer dies genehmigt hat. Das hat weitreichende Folgen für die Anbieter von Telematiklösungen, denn diese Geräte müssen künftig sicherstellen, dass die Daten ohne Zustimmung nicht mehr nach außen kommuniziert werden.



    Verfügt der Fahrer über einen Tablet-PC oder ein Smartphone, so kann er das Gerät über ein kleines Bluetooth-Zusatzmodul mit dem Tachografen verbinden.:thumbup: Damit wird es möglich, sich alle relevanten Daten und Informationen des Digitalen Tachografen übersichtlich auf dem mobilen Gerät anzeigen zu lassen. Das erleichtert die Planung der Fahrten.:huh:



    Gleichzeitig kann der Tachograf über das Tablet oder Smartphone ferngesteuert werden. Vorteil dabei: Dank der umfangreicheren grafischen Möglichkeiten kann der Fahrtenschreiber einfacher bedient werden.:thumbup: Dies ist aber auch bereits heute beim digitalen Tachografen möglich. Besonders zeitaufwendige Interaktionen, wie der manuelle Nachtrag können vorab konfiguriert und bei Fahrtantritt einfach und schnell auf den Tachografen heruntergeladen werden.


    Überprüfungen im Vorbeifahren:!:


    Die EU-Verordnung fordert eine standardisierte DSRC-Schnittstelle (Dedicated Short Range Communication), um die Straßenkontrollen für alle Beteiligten effizienter zu machen. Dazu wird aus dem fahrenden Fahrzeug heraus nach entsprechender Authentifizierung ein definierter Mindestumfang an Daten aus dem digitalen Tachografen drahtlos an die Geräte der Kontrollbeamten übermittelt. Dieser Datensatz enthält keine persönlichen Daten, sondern Fahrzeug- und Kalibrierungsdaten, Informationen über Sicherheitsverletzungen sowie aufgetretene Fehlfunktionen. Anhand dieser Daten können die Kontrollbeamten gezielt auffällige Fahrzeuge anhalten. Unternehmen und Fahrer, die alle gesetzlichen Vorschriften einhalten, dürfen dank dieser Änderung mit weniger Kontrollen und unplanmäßigen Stopps am Straßenrand rechnen. Und keine Angst: Eine automatische Bestrafung aufgrund der übermittelten Daten soll es nicht geben.