Die zwölfjährige Ayse N. und die 59- jährige Seyhan S. starben am 8. Februar 2012 auf einem Schutzweg der Laxenburger Straße in Wien unter den Rädern eines Lastwagens. Ayses Mutter wurden beide Beine amputiert. Der Lkw- Lenker - er wurde erst drei Wochen später verhört - arbeitet wieder. Die "Krone" erfuhr nun brisante Details aus dem Ermittlungsakt
"Ich realisierte, dass ich einen Menschen überfahren hatte und ging wie in Trance zurück. Ich stand unter Schock und war psychisch nicht in der Lage, irgendetwas zu unternehmen", sagte Lkw- Fahrer Gerhard W. 24 Tage nach dem Unfalldrama. "Meiner Einschätzung nach zeigte die Fußgängerampel Rotlicht."
Drei Zeugen widersprechen dem jedoch. Doch der 26- jährige Todeslenker weist die Schuld von sich. Geld von der Versicherung haben die Hinterbliebenen noch nicht gesehen. "Für die Angehörigen ist das furchtbar. Bis ein Urteil gesprochen ist und Geld fließt, können drei Jahre vergehen", erklärte Gerald Albrecht, Anwalt der Opfer.
"Fahrer hat vor Unfall Wasser gekocht"
Dabei ist für ihn die Schuldfrage klar: "Der Blick im Lkw nach vorne und nach rechts war durch elf Fähnchen und einen großen Würfel in der Mitte der Frontscheibe beeinträchtigt. Und: Im Cockpit, unterhalb der Außenspiegel, war ein Wasserkocher und eine Kanne (Bild). Auf Fotos ist deutlich zu erkennen, dass die Frontscheibe in diesem Eck stark angelaufen war. Der Lenker hat also vor dem Unfall dort Wasser gekocht. Seine Sicht war beeinträchtigt."
Während die Mühlen der Justiz mahlen, kämpft sich die Mutter der toten Ayse, die 34- jährige Hülya N., zurück ins Leben. Sie hat beide Beine verloren und elf komplizierte Operationen hinter sich.
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